»Erfolg« – Lion Feuchtwangers Bayern
ausstellung

Bayern und seine Menschen in den frühen Zwanziger Jahren,
in Lion Feuchtwangers »Erfolg« vielschichtig, kritisch und trotzdem mit einem Quäntchen Zuneigung beschrieben, öffnet
sich vor den Augen der Besucher. Die Ausstellung ist zweigeteilt angelegt, nach einer kurzen biografischen Einführung betritt
man einen szenisch-spielerischen Raum, bevölkert von allen Protagonisten des Romans, den Blick gerichtet auf die Panoramen und Karten, die die Szenerie umschließen. Der Besucher wird
Teil des Geschehens, Teil des Buches, auf Augenhöhe mit den Hauptakteuren, die er hier kennenlernt. Von drüben, durch eine kleine Öffnung, erahnt man den zweiten Teil der Ausstellung.

Die Zelle, emblematischer Ort des Romans wird zum Bindeglied zwischen Fiktion und Realität. Von außen amorph, schwarz und bedrohlich, erklärt sie sich erst mit einem Blick in ihr Inneres –
sie steht für eines der großen Themen des Buches, die Justiz Bayerns dieser Zeit, dessen Bezüge zur Realität hier entschlüsselt werden. Analog hierzu wird auch auf die weiteren inhaltlichen Hauptbereiche in Themeninseln inszenatorisch hingeführt:
Kunst, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft. Auf dem Weg durch
die Ausstellung spiegelt sich der Besucher immer wieder umrisshaft in den Rückseiten der raumbildenden Paneele, und wird so selbst zum Akteur in der Geschichte.

Diese szenografische Herangehensweise versucht, den Rhythmus des Romans und dessen Eigenart, sich der Realität als Ideengeber zu bedienen, gleichzeitig aber Fiktion zu bleiben, erfahrbar zu machen.

»…eine lebendige, informative, unterhalt-
same und vielgestaltige Präsentation (entwickelt) – was ja bei Ausstellungen
über Bücher enorm schwierig ist.«

Münchner Merkur, 15. Oktober 2014

 

»Was jetzt am Salvatorplatz gezeigt wird,
ist ein wunderbares Beispiel, wie Ausstellungen gelingen können.…«

Abendzeitung, 15. Oktober 2014

Eine Ausstellung des Literaturhauses München mit »Unterstützung
der Freunde und Förderer des Literaturhauses München«

 

15.10.2014 – 15.2.2015 im Literaturhaus München

 

Kuratoren: Reinhard G. Wittmann
und Vera Bachmann
Koordination: Karolina Kühn

 

Illustrationen: Dirk Schmidt